Ein bürgerlicher Nationalstaat ist an sich schon etwas unappetitliches, doch der deutsche ist immer ein Stück unappetitlicher. So wird die Unterstützung der brutalen Gewaltpolitik Israels gegenüber palästinensischen Menschen mit einer historischen Verantwortung aus dem faschistischen Genozid an den jüdischen Menschen begründet. Welch schamlose Instrumentalisierung der Opfer des eliminatorischen Antisemitismus der deutschen Faschisten! Margot Friedländer, selbst Überlebende des Holocaust, die ihre gesamte Familie in Auschwitz verlor, zog eine universelle Lehre aus dem singulären Menschheitsverbrechen der Nazis. Es gäbe kein christliches, jüdisches oder muslimisches Blut, konstatierte sie, sondern nur menschliches Blut. Jeder Mensch sei als Mensch zu behandeln. Ein bürgerlicher Staat pflegt ein rein instrumentelles Verhältnis zu humanistischen Werten. Und so ist es für Deutschland auch völlig okay, Israel in seiner Politik der Schaffung eines Groß-Israels und der damit einhergehenden „ethnischen Säuberung“ im Namen der jüdischen Opfer des deutschen Faschismus mit Waffenlieferungen, militärischen Kooperationen und wirtschaftlichen Beziehungen zu unterstützen. Das alles ist schlicht widerlich!
Wir hören im Folgenden die Rede von Aladin Atalla, die er auf der Antikriegskundgebung am 1. September hielt. Aladin ist im
Freundeskreis Marburger palästinensischer Familien
aktiv.


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